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Kundrie
Anmeldungsdatum: 01.12.2007 Beiträge: 11
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Verfasst am: Mi Dez 26, 2007 10:06 pm Titel: ChiliSchnaps |
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Hallo liebe Forianer!
Heut kam mir eine Idee, die natürlich rein theoretisch ist, da mir ja völlig klar ist, daß ich das nicht darf...
Könnte man - also rein hypothetisch betrachtet - eine Chilimaische herstellen, diese destillieren und daraus einen - wie gesagt rein fiktiven - Brand gewinnen?
Zum Thema Chili in Schnaps einlegen hab ich schon einiges gefunden.
Entscheidend ist ja meines Erachtens, ob der Stärkeanteil für eine ordentliche Gärung ausreichen würde. Das wäre dann womöglich auch von der Sorte abhängig, also geht wohl mit Jalapenos eher als mit Habis...oder liege ich falsch?
Wäre lieb, wenn sich jemand meldet, der dies schonmal theoretisch durchdacht hat.
Hallo Herr Schäuble! Nein, sagen Sie dem Peer bescheid, ich habe natürlich nicht vor schwarz zu brennen.
Gruß,
Mirjam |
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WhiteDRG

Anmeldungsdatum: 10.08.2007 Beiträge: 512 Wohnort: Konstanz
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Verfasst am: Do Dez 27, 2007 2:59 pm Titel: |
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| Naja, ich habe keine Ahnung wie viel Stärke in den Chilis ist, aber zur Not kippt man nach dem Maischen einfach Zucker dazu der dann den Alkohol liefert. Oder halt Korn, Kartoffeln oder so mit dazu. |
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PeterF

Anmeldungsdatum: 17.12.2007 Beiträge: 485 Wohnort: Bremen
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Verfasst am: Do Dez 27, 2007 4:47 pm Titel: |
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Meines Wissens wäre es erst Schwarzbrennen, wenn Du das ganze Gewerbsmäßig tust. Du darfst ja auch aus Wein Deinen Eigenen Weinbrand herstellen, wenn Du Lust dazu hast. Sets dafür gibts zum Beispiel bei Manufactum.
Das ganze könnte mit roten Peppers klappen, da sie ja recht viel Zucker enthalten und notfalls tut man einfach ein wenig Zucker (oder besser Honig) dazu. Also Gärung könnte klappen.
Aber das Brennen wird zum Problem, da die Capsaicinoide nur gelöst sind und beim Destillieren wieder als Kristalle ausfallen würden.
Wie weit die anderen Geschmacksstoffe diese Temperaturen aushalten und in wie weit die sich mit dem Alkohol verflüchtigen weiß ich nicht. Aber wenn das Capsaicin fehlt ist der ganze Kick ja weg. |
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f0m3

Anmeldungsdatum: 20.06.2007 Beiträge: 302 Wohnort: Bergisches Land
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Verfasst am: Do Dez 27, 2007 5:30 pm Titel: |
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| jeder produzierte Alkohol muss zumindest angemeldet werden. Sogar selbstgebrautes Bier. Das kostet zwar nichts in dem Fall aber bei Schnappes göaube ich schon. |
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WhiteDRG

Anmeldungsdatum: 10.08.2007 Beiträge: 512 Wohnort: Konstanz
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Verfasst am: Do Dez 27, 2007 7:48 pm Titel: |
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Ich glaube es gibt eine winzige Freimenge.
Und ich glaube weiter, dass eine kleine Menge des Capsaicins mit dem Destillat mitgerissen wird und für eine milde Hitze sorgen wird. Das sagt mir so mein Chemikerverstand, wenn die Trennung nicht über eine Kolonne oder eine ausreichend große Strecke erfolgt, kann das schon passieren. Wie gesagt, ein kleines bisschen....
So richtig scharf wird es nicht werden. |
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f0m3

Anmeldungsdatum: 20.06.2007 Beiträge: 302 Wohnort: Bergisches Land
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Verfasst am: Fr Dez 28, 2007 1:51 pm Titel: |
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| Es tut mir leid, aber ich habe im Brantweinmonopolgesetz keine Ausnahmeregelung gefunden. Es gibt demnach keine steuerfreie Kleinmenge. |
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PeterF

Anmeldungsdatum: 17.12.2007 Beiträge: 485 Wohnort: Bremen
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Verfasst am: Fr Dez 28, 2007 2:34 pm Titel: |
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| Habe es mir mal bei Wikipedia durchgelesen. Dort steht auch nichts davon. Hatte ich mich wohl geirrt. |
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PrikThai

Anmeldungsdatum: 27.11.2007 Beiträge: 1106 Wohnort: Chiang Mai Nordthailand
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Verfasst am: Fr Dez 28, 2007 2:55 pm Titel: |
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Falls mich nicht alles täuscht ist in Österreich "Heimbrennen" noch erlaubt. Zumindest weiß ich dass man dort ganz eifrig "Moon Shine" brennt und es eine grosse Hobbybrenner Szene gibt.
Das Problem beim Chilichnaps brennen dürfte sein:
1. Sehr wenig Zucker- und Stärkegehalt, theroretisch und praktisch gesehen schlichtweg ungeeignet.
2. Bei einem Zusatz von netraler Stärke und Zucker, hätte Chilischnaps einfach zuviel Schärfe und zuwenig Eigengeschmack (bei sehr Aromatischen Sorten würde sich die Frage stellen ob die Aromastoffe ausreichend bei der Destialtion erhalten blieben) Ein obengenannter Zusatz würde möglicherweise obendrein zu einem eher schlechten Bei- oder Nachgeschmack führen, oder aber den Chiligeschmack übertönen (falls er Eigenaroma und nicht geschmacksneutral wäre).
3. Capasacinextrakt wird ja bekanntlich durch Ansetzten in Alkohol hergestellt. Bei einer industriellen Herstellung wird der Alkohol durch Destilation zurückgewonnen. Das lässt wiederum darauf schliessen dass das Capsacin und das (wenige) Aroma nicht bei diesem Prozess über das Destilat zurückgeführt wird- und nicht darin, sondern im "Rückstand" der Destilation bleibt.
4. Capasacinextrakt ist dennoch eher geschmacksneutral ausser dass es eindeutig bitter schmeckt (etherische Öle). Auch dieser Umstand lässt keine wirklich positive Prognose für ein gutes Resultat zu... ausser dass die Art der Destilation das Aroma und das Capsacin in's Destilat führen könnte. Hierbei dürfte z.B. der Alkoholgehalt der "Maische" eine Rolle spielen, - aber was dabei sonst noch eine Rolle spielen könnte/würde, da bin ich eindeutig überfragt.
5. Tip: einfach nur auf einen passenden Brand ansetzen, filtrieren und eventuell verfeinern - am Besten ganz auf eine Destilation verzichten, ausser man möchte ein Extrakt/Öl gewinnen und den Alkohol rückgewinnen  |
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Kundrie
Anmeldungsdatum: 01.12.2007 Beiträge: 11
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Verfasst am: Fr Dez 28, 2007 3:49 pm Titel: |
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Oh, so viele Antworten! *freu*
Man liest immer mal was von einem halben Liter als Freimenge, aber nix genaues weiß man nicht. Naja, ich habe das natürlich eh nicht vor.
Vor allem, da es ja tatsächlich zusammengefaßt so klingt, als könne man das Aroma (man muß ja nicht unbedingt ne C.chinense mit 400000 Scoville nehmen) nicht so wirklich übertragen.
Schade, dann halt in vorhandenen Korn einlegen, das erfreut, vermute ich, genauso.
Dankeschön!
Gruß,
Mirjam |
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WhiteDRG

Anmeldungsdatum: 10.08.2007 Beiträge: 512 Wohnort: Konstanz
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Verfasst am: Sa Dez 29, 2007 3:19 pm Titel: |
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| Alles richtig was ihr schreibt, aber beim Kirschwasser ist doch auch Geschmack drin ! Zumindest für das Aroma sehe ich den Einwand nicht berechtigt. |
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PrikThai

Anmeldungsdatum: 27.11.2007 Beiträge: 1106 Wohnort: Chiang Mai Nordthailand
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Verfasst am: Sa Dez 29, 2007 4:26 pm Titel: |
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| WhiteDRG hat Folgendes geschrieben: | | Alles richtig was ihr schreibt, aber beim Kirschwasser ist doch auch Geschmack drin ! Zumindest für das Aroma sehe ich den Einwand nicht berechtigt. |
Das ist richtig - hier gibt es einen Widerspruch: wieso sollte das Aroma bei Chilis nicht im Destilat wiederzufinden sein, wenn es dies bei Obst und anderen Bränden eindeutig tut!?
Aber wie ich schon angedeutet habe, berufe ich mich nicht auf eigene Erfahrungen sondern auf theoretische Rückschlüsse hinsichtlich Informationen.
Bei Capsacinextrakt verwendet man Hochprozentigen industriellen Akohol (idealerweise 80-99%) Maische wird aber in etwa bei einem Alkoholgehalt von 20% gebrannt. Man verwendet zu diesem Zweck spezielle Reinzuchthefen, die einen derart hohen Alkoholgehalt überleben, bzw. die Gärung bis zu diesem Alkoholgehalt treiben können. Hefen zur Weinherstellung geben meist zwischen 12 und 15% "den Geist" auf. Das erklärt aber noch nichts...
Um wiederum 20% Alkoholgehalt zu bekommen muss bei Chilis eine Menge an (fremd)Zucker hinzugefügt werden und das könnte dem Aroma bereits einen Strich durch die Rechnung machen. Hierzu müsste man wiederum wissen ob die Aromamoleküle im (oder über den) Fruchtzucker gebunden sind. Aber da bin ich wieder am Ende meines Lateins...
Ich weiß nur soviel: manche Früchte übertragen mehr, andere weniger, und manche so gut wie nichts vom 'bekannten' Aroma. Schon mal Ananas oder Melonenschnaps getrunken? Naja, ich hab' mal Feigenschnaps getrunken - aber nach Feigen hat der nun wirklich nicht geschmeckt. Und wie wir wissen sticht beim Steinobst zusätzlich der Mandelgeschmack der Kerne mit durch. Je nachdem wie lange die Kerne (oder ob überhaupt) in der Maische mitvergoren wurden. Schlehenschnaps, - die Frucht hat sehr viel Säure und und Bittrstoffe, aber wenig Zuckerghalt, - schmeckt besonders stark danach (und verliert den 'sauer-bitteren' Geschmack gänzlich), und bei Holunderschnaps z.B. ist es ähnlich: der schmeckt überhaupt nicht mehr nach Holunder, duftet aber sehr stark nach der Blüte - den trinkt man mehr mit der Nase als mit dem Gaumen. Und wie wir alle wissen duften Chiliblüten herrlich!
Das heißt es ist an der Basis eher Alchemie, als Chemie, mit der wir es hier zu tun haben.
PS: nicht zu vergessen dass heutzutage bei den meisten Obstschnäpsen kräftig mit der Pipette nachgeholfen wird, ein- bis zwei Tropfen künstliches Aroma, dann schmeckt der Obstler so richtig lecker nach der Frucht!  |
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Zieli

Anmeldungsdatum: 13.02.2007 Beiträge: 489 Wohnort: Bayern, 365müNN
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Verfasst am: Do Feb 07, 2008 12:11 pm Titel: |
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Wie wär´s denn mit nem Chili-Likör?
Da würde dann des Erhitzen mit Alkohol wegfallen, damit dürfe des kristalline Capsaicin nicht ausfallen.
Chilis mit braunem Zucker vermischen und mit einem geschmackslosen Alkohol (Korn) ansetzen und reifen lassen.
Man kann die Sache auch bei Zimmertemperatur abgedunkelt reifen lassen, dann würden die Früchte auch die Farbe beibehalten (grauer Habbi-Likör - brrr *schüttel*).
Anschließend Filtrieren und sich die Zunge verbrennen
Müsste doch in der Reihenfolge funktionieren, oder? _________________ Vegetarian - old indian word for bad hunters... |
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chilipaul

Anmeldungsdatum: 19.02.2007 Beiträge: 79
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Verfasst am: Do Feb 07, 2008 12:40 pm Titel: |
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Die ganze Thematik ist noch schwiriger.
Beim Brand gibt es auch nochmal unterschiede und eine große Kunst des Brennens ist ja möglichst viele Aromastoffe in den Brand zu bekommen.
Viele Schnapssorten (Geistsorten) werden mit einen Aromakorb gebrannt.
Vereifacht gesagt hägt ein Korb mit Früchte über der verdampfenden Maische.
Ich bin nicht der Fachmann aber so viel ich weiß gibt es in Österreich Lehrgänge für Heimbrenner. _________________ http://www.bih-jolokia.de
Nur wer vom Düngen was versteht,
der bringt was heim vom Gartenbeet. |
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chilililly

Anmeldungsdatum: 28.01.2005 Beiträge: 36 Wohnort: Weiterstadt
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Verfasst am: Fr Feb 08, 2008 12:17 pm Titel: |
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Ich habe irgendwo gelesen, dass Capsaicin wasserdampfflüchtig ist. Es könnte also sein, dass die Schärfe rüberdestilliert. Also, wer hat die passende Ausstattung zu Hause und probiert es mal aus? _________________ Wenn die Sonne tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten. |
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toastme
Anmeldungsdatum: 31.08.2007 Beiträge: 23 Wohnort: Stuttgart
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Verfasst am: Di Feb 12, 2008 9:13 am Titel: |
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noch als zusätzlichen Denkanstoß:
je mehr Zellulose in der Maische mitvergohren wird, desto mehr Methanol(böse) und Fuselöle entstehen. Also chilis mit viel Fruchtfleisch/-wasser und dünner Schale verwenden.
Halte die Aromakorblösung für eine gute Möglichkeit. Kanns mal probieren, denn die Ernte dieses Jahr gut ausfällt.
Gruß
PS: andere Beiträge zum Thema schon gelesen? |
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